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Werkstattbericht Völklinger Hütte

Eine Fotofantastische Suche nach der Gewalt des Stahls

Der Morgen ist kühl aber herrlich sonnig am 18.04.2015. Als Startpunkt unserer gemeinsamen Reise zurück in die Zeit der Stahlproduktion hat Brigitta für den heutigen Workshop das „Paradies“ ausgesucht. So heißt der Teil der Völklinger Hütte, in dem die Renaturierung schon ein ganzes Stück Arbeit geleistet hat. Früher war dort die Kokerei, heute ist der Bereich von Birkenschösslingen übersät und wunderbar grün.

 

Die Suche beginnt im Paradies

 

Im Paradies stehen zwei riesige gemütliche Bänke, von denen aus man einen wunderbaren Panoramablick auf den Hochofen hat und die Morgensonne einen angenehm wärmt – ein guter Platz für den theoretischen Teil. Schnell entspinnt sich ein lebhafter Austausch mit den Teilnehmern über subjektive Fotografie, über die persönliche Bildfindung, über den kreativen Prozess, aber auch über technische Grundlagen zur Umsetzung eigener Bildideen. 
Als sich die Fragen beginnen zu konkretisierten ist das der Startschuss für den praktischen Teil und wir beginnen mit dem Aufstieg auf den Hochofen.

Völklinger Hütte

 

Hinauf und hinein in das Herz der Völklinger Hütte

 

Oben angekommen schlägt die impressive Gewalt des Stahls zu:  Überwältigt von Eindrücken und Motiven verstummen die Fragen, stattdessen ist nur das leise Klacken des Spiegelschlags beim Auslösen zu hören. Später arbeiten wir daran, die auf dem Hochofen allgegenwärtigen Licht- und Schattenwürfe, die zwar wunderbar aussehen, aber technisch nicht einfach sind, mit der Kamera so einzufangen, wie es der jeweilige Teilnehmer möchte.

Völklinger Hütte

 

Reflexionen über die Gewalt des Stahls

 

Das Wetter meint es gut mit uns, so dass wir uns den Biergarten der Hütte für die Mittagspause aussuchen. Beim Warten auf Weinschorle und Flammkuchen werden Bilder gesichtet, Kameras hin und her gereicht und Bildideen besprochen. Wir genießen die Sonne vor der Hüttenkulisse, versuchen zu fühlen, wie es war, als hier 15.000 Menschen gearbeitet haben, als es laut, heiß, staubig und auch gefährlich war.
Kaum vorstellbar, während Kirschblütenblätter vor blauem Himmel zu uns herüber wehen – was für ein Tag!

Völklinger Hütte

 

Lichtmalerei in der Möllerhalle

 

Der Nachmittag gehört der Möllerhalle und der aktuellen Ausstellung „Urban Art!“.  Zuerst einmal ist die Enttäuschen bei den Teilnehmern groß: „Hier ist ja gar kein Licht!“ Nach den harten Schatten und den kräftigen Farben des direkten Sonnenlichts erscheinen die Fluchten der Möllerhalle ein wenig wie Aschenputtel.
Aber wie schon im Märchen muss man zweimal hinsehen: durch die fehlenden Deckenstücke fällt ein feines Licht ein, das den Raum modelliert und warme, weiche Bilder ermöglicht.

Völklinger Hütte

 

Im Labyrinth

 

Wir spielen mit den Kameraeinstellungen, speziell dem Weißabgleich, und auf einmal manifestiert sich das Licht auf den Bildern. Fasziniert betrachten wir eine Aufnahme, auf der die einfallenden Strahlen wie Akteure in einem Stummfilm in dem ansonsten menschenleeren Raum erscheinen. Und dann ist das Eis gebrochen und die Teilnehmer verlieren sich im Labyrinth der vielen Gänge und Räume auf der Suche nach weiteren Lichtszenen.

 

Auf Wiedersehen Völklinger Hütte

 

Kurz bevor die Völklinger Hütte schließt treffen wir uns zur Abschlussbesprechung und wer möchte schildert seine Eindrücke des Tags und gibt Feedback zum Workshop. Voller Eindrücke und mit strahlenden Gesichtern verlassen alle das UNESCO Welterbe und sagen „Auf Wiedersehen Völklinger Hütte.“

Völklinger Hütte

Fotografinnen der Bilder auf der Seite, beginnend von oben. Bild 1, 2, 4, 5 und 7: Kerstin Weber. Bild 3, 6 und Titelbild des Blogbeitrags: Birgit Lehr. Bild 8: Brigitta Fiesel.

4 Gedanken zu „Werkstattbericht Völklinger Hütte

  1. Als Teilnehmerin des Workshops hatte ich einen wahnsinnigen Kreativschub an diesem Tag. Quasi blutige Anfängerin kam ich am Abend mit Fotos nach Hause, von denen ich morgens noch nicht zu träumen wagte. Toller Tag. Danke euch, Brigitta und Bernd. Der Tag war ausschlaggebend, dass ich jetzt versuche mich fotografisch weiterzuentwickeln.

  2. Ich bin zwar keine Teilnehmerin, habe den Bericht aber mit Interesse gelesen und in mir kam direkt der Gedanke auf, ja, da möchte ich auch mal hin. Wenn nur die Anfahrt nicht so weit wäre. Vielleicht nächstes Jahr.

    Brigitta, Bernd, hervorragende Bilder sind dort entstanden, am besten gefällt mir das letzte, minimalistische Bild vom Hochofen. Mir fällt der Begriff „Wabi Sabi“ ein, eine Kunstrichtung, die ich sehr mag.

    Anlässlich dieser Bilder hier freue ich mich umso mehr auf Rhodos!

    Liebe Grüsse
    Betty

    1. Liebe Betty,
      die Vorfreude liegt auch auf unserer Seite :-)
      Zu sehen, was an einem Tag bei den Teilnehmern passiert, bestärkt uns darin, dass die Woche auf Rhodos sehr viel Raum für die Entfaltung der Kreativität bietet.

      LG Brigitta

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