Werkstattbericht Rhodos – Teil 1: Rodini-Park und Kalithea Therme

Im Schatten der Aleppo-Kiefern

„Das ist ja wunderschön hier.“ Der spontane Ausruf von Betty, einer unserer Linsenkünstlerinnen, gilt den kleinen Appartementhäuschen, die von dem Grün alteingewachsener Aleppo-Kiefern umgeben sind. Das Hotel Esperos Village liegt eingebettet in einem Hügel über der Bucht von Faliraki und ist das genaue Gegenteil zu dem hektischen Treiben, den Touristik-Bussen und den Trauben von Menschen am Flughafen, den wir vor 20 Minuten mit unseren Mietwagen verlassen hatten. Wir checken ein und dann geht es zur Begrüßung der Linsenkünstler in die kleine Ouzeria von Janis in Koskinou, wo wir allerlei Spezereien genießen.

Lecker Frühstück

Am nächsten Morgen begrüßte uns die Terrasse des Haupthauses mit einem Frühstücksbuffet, das keine Wünsche offen lässt. Wir beschließen, Seele, Augen und Körper ruhig ankommen zu lassen und den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück zu beginnen und den Blick über die Bucht von Faliraki zu genießen.

Kontraste im Rodini-Park

Hui, hier ist was los – auf der Ausfallstraße von Rhodos-Stadt nach Lindos tobt der morgendliche Verkehr. Umso größer ist der Kontrast zu dem nur wenige Schritte entfernten Rodini-Park, in dem wir nahezu alleine zwischen plätschernden Wasserläufen und uralten Platanen zu unserem ersten fotofantastischen Abenteuer aufbrechen. In ersten persönlichen Gesprächen auf einsamen Parkbänken an kleinen Teichen und Wasserläufen gehen Brigitta und Bernd auf die Ideen der Teilnehmer ein.

Kontraste ist auch das Thema unseres ersten Tages. Die starken Unterschiede zwischen Schatten und Licht, Oben und Unten, Wasser und Stein im Rodini-Park laden zu einem Sehen mit allen Sinnen ein.

 Appetithäppchen

Gegen Abend ist noch etwas Zeit vor dem reichhaltigen Buffet. Genau der richtige Zeitpunkt für ein kleines visuelles Appetithäppchen, von Mentor Bernd serviert. Oberhalb des Städtchens Koskinou, auf dem kleinen Berg „Prophet Elias“, erwartet die Teilnehmer das grandiose Spätsommerarbendlicht und ein atemberaubender Rundumblick bis zum Fährhafen von Rhodos, während im Westen die Sonne am Horizont versinkt. Zeit für einige klassische Landschaftsaufnahmen vor dem Abendessen.

Eine Interpretation von Weiß

Das erste Ziel an Tag zwei sind die nur 5 Autominuten entfernten „Thermen von Kalithea“. Das Seebad mit seinen außergewöhnlichen Kuppel- und Rundbauten, den kleinen Gärten und Wandelgängen, liegt wie eine glänzend weiße Perle an einer kleinen geschützten Bucht.

Die vorherrschende Farbe ist hier ein strahlendes Weiß, in denen die Gebäude angelegt sind und so war das lose vorgegebene fotografische Thema des Ortes daher auch „Interpretation von Weiß“.

Nymphen, kleine Meergeister, frisch gegrillte Doraden und ein Besuch von Mr. Turner

Nachdem wir noch einmal in Ruhe den Blick auf die Therme genossen hatten, ging es zum nächsten Erlebnisort des Tages. Zwei Minuten Autofahrt, fünf Minuten Fußweg auf einem Schotterpfad und schon sind wir in einer ganz anderen Welt. An Antonis kleinem Strand steht nicht viel mehr als ein windschiefes, aus Brettern zusammen genageltes Sonnendach, unter der uns frisch gefangene gegrillte Doraden erwarten. Die Horizontlinie ist hier Blau in Blau und ein meditativer Zwischengang, der die Augen erfrischt und für neue Eindrücke bereit macht.

Jetzt geht es um die ewige Metamorphose des Meeres, in dem, vom Auge kaum wahrnehmbar, von der Kamera unter Anleitung der Mentoren jedoch in ihrem wilden Spiel ertappt, sich Nymphen und kleine Meergeister tummeln. Eine Übung der Prävisualisierung, die das Unbewusste mit einbezieht und weit über das Konstruieren der Bildkomposition mit Hilfe des Verstandes hinaus geht.

Am Abend versinkt hinter den Bergen die Sonne und einer Eingebung des Mentors Bernd folgend lassen wir die Kamera gedacht „die Steilen Klippen herunter ins Meer purzeln“. Die gestische Fotografie, die von Bernd den Teilnehmern näher gebracht wird, ist eben auch eine Übung des bewussten Loslassens und des Vertrauens in die eigene Inspiration. Es entstehen dahin gehauchte fotografische Aquarelle, die an die Skizzen vom dem Meister des Lichts, William Turner, erinnern.

Eine Art von Magie

Im zarten Blau der Abendstunde erleben wir einen magischen Moment. Es ist der Moment, in dem wir uns als Linsenkünstler gefunden haben, die Kanäle zwischen unserem Inneren und der Welt weit geöffnet wurden, wir mit allen Sinnen sehen.

Und so endet der erste Teil der fotofantastischen Reise zum Licht des Südens. Wozu Strandlilien beim Fotografieren gut sind, was es im Art Park bei Damon Papakiriakou zu sehen gibt, und warum ein altes Sanatorium zu Begeisterungstürmen führt, erfahrt ihr im zweiten Teil unseres Werkstattberichtes.

Bildquellen: Beginnend vom Seitenanfang: Brigitta Fiesel, Aleppo-Kiefern, Rhodos 2015. Bernd Donabauer, Frühstücksterrasse, Rhodos 2015. Betty Schmidt, Rodoni-Park, Rhodos 2015. Bernd Donabauer, Lea und der Schwan, Rhodos 2015. Brigitta Fiesel, Landschaft auf dem Prophet Elias, Rhodos 2015. Betty Schmidt, Wandelgang in Kalithea, Rhodos 2015. Bernd Donabauer, Interpretation von Weiß, Rhodos 2015. Bernd Donabauer, Fisch, Fisch, Fisch, Rhodos 2010.  Bernd Donabauer, Kleine freundliche Meeresgeister, Rhodos 2010. Bernd Donabauer, Ein Besuch von Mr. Turner, Rhodos 2015. Brigitta Fiesel, Rodini-Park, Rhodos 2015. Hintergrundbild: Bernd Donabauer, Interpretation von Weiß, Rhodos 2015. Blog-Vorschaubild: Betty Schmidt, Rodoni-Park, Rhodos 2015.

Autor: Bend Donabauer

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