Subjektive Fotografie

Subjektive Fotografie multidimensionale Ansichten Deine Mentorin Brigitta Gebaute Bilder
Komposition Standpunkt Kontraste Schwarz und Weiß Harmonie Mut zur Bildaussage
Manueller Modus Überbelichtung Unterbelichtung Objektivwahl Mehrfachbelichtung
Bewusste Intuition Schönheit im Normalen, Ausdruck eigener Wahrnehmungen Perfektion der Form
25.11.2016 Brigitta Fiesel

Subjektive Fotografie

Fotografie muss dokumentarisch sein. Wirklich? Fotografie muss gar nichts, sie kann ganz viel und sie darf alles. Fernab des Irrglaubens, dass Fotografie im Gegensatz zu allen anderen bildenden Künsten sich selbst beschneiden muss, eröffnet sich ein Universum an kreativen Möglichkeiten der Bildfindung.

Bist Du bereit für einen Blick auf den subjektiven Blick?

Blick aus der Kuppel des Reichstags

Die persönliche Sichtweise

Kennst Du Otto Steinert →? Jahrzehnte vor Photoshop und anderen digitalen Möglichkeiten der Verfremdung von Fotografien entwickelte Steinert Sichtweisen und Techniken zur Darstellung subjektiver Aufnahmen, die ganz und gar nicht dokumentarischer Natur sind, und die er erstmals 1951 in der Ausstellung „subjektive fotografie I“ präsentierte. Bekannt sind vor allem die Mehrfachbelichtung → und das Solarisations-Verfahren →. Sein Nachlass ist in der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang → zu sehen. Otto Steinert steht mit seinen Arbeiten in der langen Tradition der subjektiven Fotografie, die sich gemeinsam mit der dokumentarischen Fotografie entwickelt hat.

Foyer des Hans Arp Museums in Remagen

In der subjektiven Fotografie steht das Experimentelle im Vordergrund. Nicht die objektive Abbildung einer vermeintlichen Realität wird angestrebt, stattdessen geht es um die persönliche Sichtweise, den eigenen Blick, das Einfangen des momentanen und spontanen Eindrucks - sei er schön oder hässlich, gefällig oder verstörend, warm oder kalt oder einfach nur ganz anders.

Bist Du bereit dafür, das zu versuchen?

"Das ist doch gefotoshoppt"

"So sieht das doch in Echt gar nicht aus"

"Das Bild ist doch nachbearbeitet"

Unbekannter Kritiker

Erste Schritte

Hast Du Dir ein Motiv ausgesucht? Am besten etwas, was Du magst, was Dich berührt, was Dich zum Anhalten während des Vorbeigehens gebracht hat.

Sie Dir Dein Motiv an. Mach verschiedene Aufnahmen: von nah und fern, von oben und unten, von rechts und links. Verändere die Einstellungen und sieh, was passiert. Frage Dich: was hat mich gestoppt, was begeistert mich an dem Motiv, was verbinde ich damit? Versuche, einzelne Aspekte Deiner Wahrnehmung zu benennen und diese mittels der Einstellmöglichkeiten zu betonen.

Plane Zeit ein für Dein Tun, vergiss die Welt um Dich herum, ergründe Deine Beziehung zu Deinem Motiv. Und wundere Dich nicht, wenn Dich Passanten anstarren und fragen, was Du da eigentlich tust. Das ist ein sicheres Zeichen, dass Du auf dem Weg des subjektiven Fotografie bist :-)

Standpunkt

Subjektive Fotografie fängt schon mit dem Standpunkt an: steh nicht da wo alle anderen Fotografen stehen, probiere einen höheren oder niedrigeren Standpunkt aus, geht rechts oder links um Dein Motiv herum oder dreh Dich einfach um. Vielleicht befindet sich gleich hinter dir Dein Bild? Frage Dich stets "was ist mein Standpunkt zu meinem Motiv?"

Hochofen auf der Völklinger Hütte

Bildausschnitt

Nimm Kontakt auf mit Deinem Motiv. Geh nah ran. Noch ein Stück näher. Gut so! Und jetzt schau durch den Sucher Deiner Kamera: was hat sich verändert, wenn nicht mehr alles zu sehen ist? Verändere dabei Deinen Standpunkt. Kannst Du Dein besonderes Bild schon sehen?

Ansicht mit Spiegelung der Kranhäuser in Köln

Aspektverstärkung

Was gefällt Dir besonders an Deinem Motiv? Welche Stimmung möchtest Du in Deinem Bild transportieren? Überlege Dir, welches Aspekte Deines Bilds dazu beitragen, dass diese Stimmung beim Betrachten ankommt. Und dann verstärke diesen Aspekt, entweder durch eine geeignete Aufnahmetechnik oder durch eine vorsichtige Nachbearbeitung in der elektronischen Dunkelkammer.

Mut

Besondere Bilder entstehen immer dann, wenn der Fotograf mutig an ein Motiv herangeht und etwas Neues ausprobiert. Dabei ist es nicht wichtig, dass alle Bilder "etwas werden". Machmal ist die Auseinandersetzung mit  der Bildidee das Ziel und bildet die Vorstufe zu späteren Werken.
Was bewegt Dich? An welcher Bildidee möchtest Du arbeiten? Fang gleich heute damit an und mache einmal alles anders, als Du es bisher getan hast.

"Ich will darstellen, was ich sehe. Ich will zeigen, was ich fühle. Ich will meine Sichtweise sichtbar machen. Ob das gefällt oder Likes bekommt ist nebensächlich. Es ist der Gestaltungswille, der Wille des Ausdrucks der persönlichen Wahrnehmung auf den es ankommt. Der Prozess der Bildgestaltung wird wichtiger als das Ergebnis. Die Fotografie wird zum lebensnotwendigen Elixier, zum Ausdruck der aktuellen Gefühlslage."

 

Brigitta

Schön, wenn Du Gefallen an meinem Ausflug in die subjektive Fotografie hattest. Wenn Du Deine persönliche Bildsprache weiterentwickeln möchtest, begleite ich Dich in meinem Workshop „Helau und Halleluja Spezial“ auf Deinem Weg.

Du lernst verschiedene Bildfindungstechniken und Kreativübungen kennen, die wir an ganz unterschiedlichen Orten ausprobieren. Dabei ist die Stadt mit ihrem bunten Treiben und ehrwürdigen alten Gebäuden unsere Spielwiese.

Das freundliche Miteinander in der kleinen Gruppe bringt zusätzliche Sichtweisen und kreative Impulse für alle Teilnehmer. Ob Du viel Input möchtest oder die verschiedenen Bildfindungstechniken lieber in Ruhe alleine ausprobieren möchtest – beide ist möglich. Fortgeschrittene und Profis erfahren einen Tag mit frischen Impulsen und der Möglichkeit, gewohnte Sichtweisen erweitern und ändern zu können.

Foyer im HOLM, Frankfurt

Credits

Autorin, Fotografin und Mentorin des Linsenkunst-Workshops "Helau und Halleluja spezial": Brigitta Fiesel

Bildquellen von oben nach unten:

Traumschön, Mainz, 2013

DGK - Paradiso, Reichstag Berlin, 2014

GOOMH IV, Arp Museum Rolandseck Remagen, 2015

Nighthawk, Mainz, 2012

VHI I, Völklingen, 2014

 

 

Bis auf die Knochen I, Kranhäuser Köln, 2015

Schwindsucht XI, Rhodos, 2015

NMU III, Museum Frieder Burda, 2015

HOLM III, HOLM Frankfrut, 2015

 

 

In eigener Sache

Helau und Halleluja Spezial

Einführung in die Subjektive Fotografie nach Otto Steinert

Für ambitionierte Fotografen
Mentorin für diesen Workshop: Brigitta Fiesel

Alle Informationen zum Tagesworkshop

Altstadt von Rovinj, Istrien.

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